Unser aktueller Wohnwagen - Was ist gut, was ist schlecht?

Nachdem wir unseren ersten Wohnwagen (Wilk 500TK) ca. 8 Jahre gefahren sind und unsere Kinder nicht mehr mit in den Urlaub fahren, haben wir uns 2003 einen Fendt 450 QB Saphir angelacht.

Der Grundriss:

Einstieg hinten, Sitzgruppe gegenüber Tür, Doppelbett vorne quer
(Quelle Bild: Fendt-Caravan)

Plus:

  • Schöner gut verarbeiteter Wohnwagen
  • Neben der Spüle und dem Gasherd ist noch eine erfreulicherweise große Abstellfläche vorhanden
  • Bett mit verstellbarem Lattenrost und hochwertiger Matratze ist sehr bequem
  • Design der Einbauten sehr gefällig
  • Aufgrund der ungünstigen Gewichtsverteilung viel Gewicht auf der Anhängekupplung, dadurch gute Fahreigenschaften.
  • Die Griffe an den Dachschränken eignen sich sehr gut als Kleiderhaken. Nach einem Paddeltag und wenig Sonnenschein gibt es immer viel zu trocknen.

Minus:

  • Viel Gewicht vorne (Fahrradträger, Ersatzrad, Wasserkanister, großer Stauraum unter dem Bett), wodurch die zulässige Stützlast des Zugfahrzeuges in Bedrängnis kommen kann.
  • Der Lattenrost des Bettes ist am Kopf- und Fußende sehr knapp gehalten. Ein schwerer Kopf kann da schon etwas nach unten hängen. Wir haben uns durch ein zusätzlich untergeschobenes Brett beholfen.
  • Der Fahrradträger auf der Deichsel, der bei uns montiert ist, scheint das Gewicht von 2 Fahrräder nur mühsam tragen zu können. Größere Schwingungen während der Fahrt sind zu erwarten. Wir haben uns mit einem untergelegten Holzklotz beholfen (siehe Bild).

  • Im Kleiderschrank im Heck  wirft die Kleiderstange bei schlechter Straße manchmal fast alle Kleiderbügel ab. Die Mitnahme eines Abendkleides ist deshalb nicht empfehlenswert. Es sei denn, man nimmt auch ein Bügeleisen mit.
    Abhilfe: einfach eine Holzleiste auf die Kleiderstange mit einer Schnur befestigen. Die beiden Bilder entstanden nach fast 400 km Fahrt.

  • Die Sitzgruppe mit dem an der Wand befestigten Tisch ist schlecht geplant:
    • Der Tisch in der Befestigungsschiene wackelt.
    • Das Hochklappen der Sitzpolster ist schwierig, da die Polster entweder am Tisch oder die Ecken an der Befestigungsschiene anstoßen.
    • Der Zugang zu den Stauräumen unter den Sitzen ist eigentlich nur zugänglich, wenn die Polster entfernt sind, da die Scharniere fast ganz hinten am Sitz angebracht, bzw. die Rückenpolster zu dick sind.
  • In den Schränken im Bad fehlt eine Steckdose für unsere elektrische Zahnbürste. Außerhalb an der Decke gibt es zwar eine, die ist aber nur gut zum Rasieren oder Föhnen.
  • Zur Zeit ist bei allen Wohnwägen von Fendt das Dach vorne nicht angeschrägt. Dadurch gibt es innen mehr Platz in den Schränken und das Vorzelt wirft weniger Falten. Vermutlich braucht man dadurch jedoch etwa 1 Liter mehr Sprit auf 100 km.

Obwohl es mehr Minus als Plus gibt, sind wir mit unserem Wohnwagen doch recht zufrieden. Vielleicht sieht irgendwann mal ein Fendt-Entwickler diese Seite und stellt diese Mängel ab. Dann gäbe es den idealen Wohnwagen (für uns).

Noch eine Anmerkung zum Kauf: Im September wollten wir unser Wunschmodell bestellen. Die Oktoberproduktion war natürlich ausverkauft. Die Februarproduktion des Folgejahres ebenfalls und die nächste Produktion war erst wieder für Juli geplant. Es kann doch nicht sein, dass ein Kunde runde 9 Monate auf sein Fahrzeug warten muss. Schließlich hat eine Urlaubsbekanntschaft von der Freizeitwelt Nagel in Ansbach uns die Beschaffung aus der Februarproduktion zugesagt und auch Wort gehalten. Alle anderen von uns angesprochenen Fendt-Händler konnten kein Fahrzeug aus der Februarproduktion für uns erhalten. Man muss also Beziehungen haben!

Anfang 2009 bekam der Wohnwagen nach 6 Jahren neue Reifen. Die alten sahen am Ende außen recht merkwürdig abgefahren aus. Diese Erfahrung haben andere Fendt-Besitzer jedoch auch schon gemacht.

Im Frühjahr 2013 hat uns unsere Service-Firma Dietz eine Klappe rechts vom Eingang knapp über dem Fußboden eingebaut. Jetzt können wir dort recht bequem unsere Schuhe abstellen. Dadurch gefällt uns unser Wohnwagen noch mehr und eine Neuanschaffung rückt in weite Ferne, denn besser werden die Wohnwagen in den letzten Jahren nicht mehr. Es wir nur unnötiger Schnickschnack eingebaut und die Nutzlast wird geringer.

Probleme bisher:

Gasheizung funktionierte bei Gasprüfung nicht (2 Jahre alt):
Erst nach dem Ausblasen der Düse konnte die Heizung zum Arbeiten überredet werden. Die Werkstatt meinte, dass die Heizung mindestens einmal im Jahr laufen sollte, um Staubablagerungen auf der Düse zu verbrennen. Da wir in der Regel nur im warmen Halbjahr unseren Wohnwagen verwenden und dann auch noch einen kleinen Elektroofen mitführen, haben wir die Gasheizung tatsächlich 2 Jahre überhaupt nicht verwendet.

Kabelabbruch am Transformator (Umformer):
Im April 2005 (2 Jahre alt) wollten wir in Urlaub fahren. Glücklicherweise stellten wir vorher fest, dass alle 12-Volt-Verbraucher (davon gibt es viele) am 220-Volt-Netz nicht funktionierten. Die Überprüfung der Sicherungen am Netzteil ergab keine Besserung. Ein Fachmann öffnete dann das Netzteil im Kleiderschrank und stellte fest, dass direkt am Transformator ein Stromanschluss (+-Pol) des 12-Volt-Netzes abgebrochen war. Da Löten nicht funktionierte (das Teil nimmt absolut kein Lötzinn an), musste der Transformator ausgebaut, die Anschlusskabel von Kunststoff befreit und aufgebogen werden. Erst jetzt konnte mit einer Lüsterklemme wieder das Stromkabel gut befestigt werden. Arbeitszeit: 60 Minuten.
Frage: Darf nach 2 Jahren Gebrauch so ein Anschluss abbrechen?
Inzwischen (Anfang Mai 2005) hat die Fa. Fendt über unseren Händler (Freizeitwelt Nagel in Ansbach) angeboten, uns einen neuen Transformator kostenlos zu senden, da wir mit dem abgebrochenen 12-Volt-Plus-Pol kein Einzelfall sind. Wir haben vorerst abgelehnt und warten bis ein erneutes Problem auftritt.

Bremsen und lautes Quietschen beim Rückwärtsrangieren:
Im April 2005 haben wir auf einem Campingplatz rückwärts eingeparkt und dabei festgestellt, dass der Wohnwagen beim Rückwärtsfahren laut quietschte und bremste. Eigentlich sollte so etwas bei den modernen Auflaufbremsen doch nicht passieren.
Frage: Hat die Werkstatt bei der 2-Jahres-Wartung die Bremsen falsch eingestellt?
Wahrscheinlich JA, denn als wir das erste Mal die Wartung von der Service-Firma Dietz durchführen lassen, muss sehr viel nachgestellt werden. Seitdem ist das Quietschen weg und rückwärtsfahren geht wesentlich leichter.

Fahrradträger: Riegel abgebrochen im August 2007 (4,5 Jahre alt):
Nach dem Klappen des Fahrradträgers wird die Position durch 2 Klappriegel (und 2 Zahnrädern hier nicht im Bild) fixiert. Diesen Klappriegel schraubt man fest und im August 2007 ist dann ein Stück abgebrochen (zu viel Kraft gehabt oder wurde das Material durch die Sonne spröde?). Glücklicherweise sind an beiden Enden Löcher, so dass ein Stück Draht eine Notlösung darstellte.
Reparatur: Von der Fa. Fiamma gibt es im Internet einen recht schönen Teilekatalog. Nach diesem und mit Hilfe der autorisierten Fiamma-Händler war dann das Ersatzteil nach ca. 3 Monaten (!) schon da. Preis ca. 70 Euro für die 2 Teile (28 cm langes Alu-Rohr und oben wie unten noch ein rotes Kunststoffteil.
Fazit dieses Missgeschicks: zu lange Lieferzeit und zu teuer. Mal schauen, wann die andere Seite abreißt (ein Ersatz ist ja jetzt schon vorhanden). Das Festdrehen sollte nur mit Gefühl vonstatten gehen.

Kühlschrank: Hebelchen für Verriegelung abgebrochen 2012  (2013 ersetzt)
Im Frühjahr 2013 haben wir über unsere Service-Firma Dietz das entsprechende Ersatzteil aus dem Katalog bestellt. Es war für die Größe nicht billig und hat dann doch nicht gepasst. Mit etwas Abschleifen funktioniert es jetzt aber wieder gut. Jetzt brauchen wir kein Tape zum Verriegeln der Tür während der Fahrt.

Für 2016 müssen wir wohl in einen neuen Staubsauger investieren. Der Akku macht nicht mehr so richtig mit.